Mittelschule Pieschen *** Gemeinschaftsschule

Schule mit besonderem pädagogischem Profil *** Oberschule

  • Schrift vergrößern
  • Standard-Schriftgröße
  • Schriftgröße verkleinern

Chemie 10

Chemie und Küche – Experimentelles vom letzten "echten" Schultag

Chemie und Essen – das hat mehr miteinander zu tun als Pestizide auf dem Getreide, Anabolika im Fleisch und krebserregende Weichmacher in der Plastikflasche. Essen zuzubereiten bedeutet meist, chemische Reaktionen selbst durchzuführen (ja, liebe 10er-Chemie-Prüflinge und alle anderen, die Chemieunterricht haben: Nicht vergessen: Chemische Reaktion = Energieumwandlung (Herd) + Stoffumwandlung (flüssiges Ei -> Spiegelei) --> Wiederholungsfrage: Ist diese Reaktion endotherm oder exotherm? ;-))

So kam in der 10b der Wunsch auf, am letzten "echten" Schultag mal das Angenehme (=Chemie) mit dem Nützlichen (=vielleicht essbar?) zu verbinden – und gezielt einige chemische Reaktionen mit bzw. an Lebensmitteln durchzuführen:

1.) Da wäre zunächst die "Reaktion" von Wasser mit Stärke.

Nutzerin Frieda G. aus D. berichtete begeistert (Originalzitat): "Das ist das Tollste, was ich je gemacht hab. Hätten Sie uns das nicht mal früher zeigen können?"


Antwort: Nein.


Kurze Erklärung des Versuchs: Es entsteht hier eine nichtnewtonsche Flüssigkeit. Das bedeutet, dass man unter großer Krafteinwirkung (z.B. darauf schlagen) eine harte Masse vorfindet, unter geringer Krafteinwirkung (z.B. langsam mit dem Finger hereintauchen) eine weiß-glibbrige Masse. Der Grund dafür sind zwischenmolekulare Wechselwirkungen (hier zwischen Wasser und Stärke), ein spannendes Feld zwischen Physik und Chemie.


Kleine Galerie Versuch 1:

image01
image01
image03
image04
image05
image06
image11
image13
image14


2.) Da das Ergebnis des Stärke-Wasser-Versuchs
nur bedingt genießbar ist, wurde nun ein aromatisiertes Milch-Zucker-Stärke-Gemisch unter Hitzeeinwirkung verkleistert, kurzum: Pudding wurde gekocht und verzehrt: Auch eine chemische Reaktion aus der Chemie der Vielfachzucker.


Kleine Galerie Versuch 2:

image28
image28
image29
image30
image31


3.) Ein "Klassiker"
unter den Lebensmittelchemie-Versuchen ist die katalytische Zersetzung von Kohlensäure an porösen Oberflächen. Wie geht das? Man benötigt: Einige "Mentos"-Pastillen, eine Cola (und anschließend eventuell Putzzeug).


Kurze Erklärung: Kohlensäure zersetzt sich normalerweise langsam in Kohlenstoffdioxid und Wasser (="sprudeln"). Diese Reaktion kann man beschleunigen, indem man einen Katalysator (=Mentos-Pastille) hinzugibt: An dessen Oberfläche läuft diese Reaktion sehr schnell ab, wodurch die "Cola-Mentos-Fontäne" (https://de.wikipedia.org/wiki/Cola-Mentos-Fontäne) entsteht.


Das "Reaktionsprodukt" ist nachgesüßte nahezu kohlensäurefreie Cola. Der Fachlehrer wünscht allen Verkostern nachträglich: "Prost!"


Kleine Galerie Versuch 3:

image21
image21
image22
image23
image24
image25
image26

4.) Gummi-Eier zum Anfassen:

Wie schält man ein Ei? --> doofe Frage, einfache Antwort? Nicht ganz! Denn: Wie schält man chemisch ein rohes Ei?

Antwort: Mit Essig-Essenz, über Nacht. Das Resultat (nämlich ein geschältes, rohes Ei) besitzt eine verblüffende Konsistenz.


Kurze Erklärung: Eierschalen bestehen aus Kalk, das ist chemisch Calciumcarbonat. Calciumcarbonat und Essigsäure reagieren zu Calciumacetat, Wasser und Kohlenstoffdioxid. Letzteres sieht man beim Einlegen gut "schäumen". Die Innenhaut ist stabil gegenüber Säuren, bleibt also unverletzt, es sei denn, man drückt zu kräftig ...




5.) Aus der "molekularen Küche" stammte das letzte (und vielleicht auch spannendste) Experiment der Stunde:

Versetzt man eine Lösung aus Natriumalginat (das ist etwas Ähnliches wie Gelatine) mit einem Farb- und Geschmacksträger (z.B. Cola oder Fruchtsaft) und lässt es anschließend in Kontakt zu einer calciumhaltigen Lösung kommen, so kann man (je nach Geschick) essbare kaviarartige Kugeln oder regenwurmförmige Würste erhalten.


Kurze Erklärung: Alginat lässt sich mit Calciumionen "komplexieren", dadurch entsteht der unlösliche Feststoff Calciumalginat. Weil die Calciumionen an der Tropfenoberfläche vom Alginat "abgefangen" werden, passiert das nur an der Oberfläche und das Innere der Kugeln ist noch mit Flüssigkeit gefüllt.


Kleine Galerie Versuch 5:

image02
image02
image07
image08
image09
image10
image12
image15
image16
image17
image18
image20


Liebe 10er: Es hat Spaß gemacht mit euch. Jetzt viel Erfolg bei den Prüfungen!


Euer

Herr Dr. Kutz

 

Calliope mini

Schulfilm 2017

Unser Schulfilm 2017 wurde von Herrn Prager online gestellt.

Wer die 16:30 min Zeit hat oder sich nehmen will, kann gern hier klicken: Schulfilm 2017



Der Film enstand aus Anlass der Abschlusspräsentation im Kultusministerium für die Vorstellung der Ergebnisse der wissenschaftlichen Begleitung des Schulversuchs "Schulen mit besonderem pädagogischen Profil / Gemeinschaftsschulen". Herr Prager war wieder sehr fleißig und hat mit (ehemaligen) Schülern und Lehrern unsere tägliche Arbeit reflektiert. Vielen Dank dafür. Am 20.3.2017 wurde der Film von ihm gemeinsam mit Herrn Dreyer im Ministerium vorgestellt.

Mehr dazu hier.

Chemie

Der Fonds der Chemischen Industrie fördert den Chemieunterricht an unserer Schule.
FCI_LOGO_SW_72_05-100
Hier erfährt man mehr zu den Naturwissenschaften bei uns.

Wetter


Europa fördert Sachsen

Die Computerausstattung unserer Schule wurde mit Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) im Rahmen des Medios-Programms des Freistaates Sachsen gefördert.

Wir freuen uns über moderne Computerkabinette und interaktive Tafeln.