Projektwoche der 9a/9b in der Heimat
Während einige der Mitschüler und Mitschülerinnen zum Thema Nationalsozialismus und "Endlösung der Judenfrage" in Warschau und Treblinka arbeiteten, haben wir erfahren, dass auch hier in Dresden und Umgebung – also ganz nah – viele Spuren der NS-Gräueltaten zu finden sind. So lernten wir während eines Projekttages in der Gedenkstätte Pirna-Sonnenstein viel über den euphemistischen Begriff: Euthanasie – was ja in der Übersetzung aus dem Altgriechischen „guter oder schöner“ Tod bedeutet - jedoch im Nationalsozialismus als Begriff missbraucht für die Tötung von hunderttausenden Menschen mit unterschiedlichsten Einschränkungen, körperlicher, geistiger oder psychischer Art stand. Anhand persönlicher Dokumente konnten wir einzelne Lebenswege nachzeichnen und betroffen feststellen, auch hier in Pirna wurde mit Gas experimentiert, welches später im großen Stil in den Konzentrationslagern, wie zum Beispiel in Treblinka, zur Endlösung der Judenfrage eingesetzt wurde. …
Wusstet ihr, dass sich unweit des St.Pauli-Friedhofes das Judenlager Hellerberg befand? Hier wurden die letzten Juden aus Dresden und Umgebung „gesammelt“, diese mussten bei Zeiss Ikon – wir erinnerten uns an unsere Projekte mit dem Zentralwerk – arbeiten. Anfang März 1943 wurden die Insassen nach Auschwitz deportiert. … übrigens fanden die Deportationen am Alten Leipziger Bahnhof – hier in Dresden statt, welchen wir auch aufsuchten. Am Neustädter Bahnhof erinnert eine Gedenktafel an diese schrecklichen Taten des NS-Regimes.
Doch nicht genug, der „Hellerberg“ wurde als sogenanntes Entbindungslager für Zwangsarbeiterinnen aus dem osteuropäischen Raum „weitergenutzt“. An den Folgen der dortigen Umstände, wie fehlender Ernährung oder fehlender Hygiene, starben nachweislich 225 Säuglinge oder Kleinkinder. Symbolische Kinder-Gräber mahnen heute auf dem St.Pauli-Friedhof – bewegend.
In der Gedenkstätte „Münchner Platz“, wurde uns vermittelt, dass schon wenige Äußerungen gegen das NS-System, ein Witz, ein falscher Radiosender oder ein „nichtarischer“ Partner zum Todesurteil und dessen Vollstreckung durch die Guillotine hier im Landgericht Dresden führen konnten.
Wie konnten all diese Gräueltaten geschehen? – wir versuchten durch Gespräche, Einblicke in historische Quellen, den Besuch der historischen Orte und nicht zuletzt durch Filme, wie „Führer und Verführer“, Antworten zu finden. … Eine intensive Woche.
Bildliche Impressionen:









